Vorbildliches Engagement

Bundespräsident Joachim Gauck überreicht Verdienstorden an Ulrike Jaeger.

Bünde/Berlin. Bundespräsident Joachim Gauck hat am 1. Oktober die evangelische Gemeindepädagogin Ulrike Jaeger aus Bünde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Mit ihr gemeinsam bekamen 31 weitere Persönlichkeiten, unter anderem der ehemalige EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

„Wenn der Staat einen Orden verleiht, dann nicht nur in Anerkennung der persönlichen Verdienste, sondern auch mit der Hoffnung – ja, auch ein Staat kann hoffen –, dass eine solche Wertschätzung auf andere Menschen ausstrahlt“, sagte der Bundespräsident während der Verleihung im Schloss Bellevue.

Die 32 Persönlichkeiten - 15 Frauen und 17 Männer - zeigen die Bandbreite des gesellschaftlichen Engagements in der Bundesrepublik und deren Bedeutung für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Zu den Geehrten gehören Aktive, die sich in der humanitären Hilfe, der Flüchtlingshilfe, im Gedenken an Krieg und Diktatur, in der Demokratiebewegung in der DDR und um das Zusammenwachsen von Ost und West besonders verdient gemacht haben.
Joachim Gauck: „Ihr Engagement sagt uns: Man kann etwas Besonderes bewegen, man kann etwas tun für andere, kann sich einmischen, sich die Freiheit nehmen, die Welt zum Besseren zu verändern. Ohne diese besondere Idee, diese besondere Begabung, diese besondere Tat wäre unser Land ärmer. Ihr Schaffen kann – ich finde: sollte – eine Inspiration für möglichst viele sein.“

Seit 20 Jahren engagiert sich Ulrike Jaeger im Verein Heimstatt Tschernobyl. Der Verein unterstützt tatkräftig Familien beim Bau eines neuen Zuhauses, die auch heute noch in den durch die Reaktorkatastrophe verstrahlten Gebieten leben. Außerdem hat sie das Internationale Jugendworkcamp Belarus gegründet, um die Lebenssituation von hilfsbedürftigen alten Menschen zu verbessern. Deren Wohnhäuser werden durch junge Menschen aus Deutschland und Weißrussland gemeinsam während der Sommerferien renoviert.

Dabei vermittelt Ulrike Jaeger den deutschen Jugendlichen auch die geschichtlichen Hintergründe Weißrusslands – insbesondere die Besatzung durch die Nationalsozialisten – und vereinbart Treffen mit Zeitzeugen und Überlebenden des Holocaust. Für die weißrussischen Jugendlichen organisiert Ulrike Jaeger stets eine „Rückbegegnung“ in Deutschland.

„Wenn ich heute Menschen auszeichne, die gemeinsam mit jungen Leuten nachfragen, nachforschen, nachhalten, dann ausdrücklich auch deshalb, weil die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus an unseren Schulen nicht verblassen darf“, sagte Joachim Gauck in seiner Ansprache.

FOTO: Bundesregierung / Sebastian Bolesch

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